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20. Januar 2016 Neujahrskonzert im Haus des Bürgers in Ramstein

"Muss es immer Johann Strauß sein? Der junge Dirigent Christian Weidt steuerte am Sonntag beim Neujahrskonzert mit dem Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern(SOKL) mutig dagegen und stellte ein abwechslungsreiches Programm zusammen, das auch seltenere Kompositionen brachte. Nicht nurmit seiner individuellen Handschrift als Musik-Exeget, sondern auch als humorvoller Moderator machte er sich damit – neben der Sopranistin Ludovica Bello – zum Publikumsliebling.

Nicht hüllenlos wie im Paris des späten 19. Jahrhunderts, wie Weidt in seiner
witzigen Moderation verriet, kam die „Schöne Helena“ zum Auftakt daher. Aber sie räkelte sich mit rhythmischer Spannkraft und in leuchtenden Farben, mit tänzerischem Charme und mit einer klanglichen Delikatesse, die diesem Orchester eigen ist. Die hinreißende Ouvertüre dieser Operette des Meisters Offenbach verschlug auch 150 Jahre nach der Uraufführung dem musikalischen Zeitgenossen die Sprache. Nie oberflächlich oder routiniert musizierte das SOKL, nicht zuletzt, weil an allen Pulten höchst lebendig gespielt wurde, angefangen bei den virtuosen, herrlich singenden Streichern bis zu den pointierten Holz- und Blechbläsern.

Rund und schön war der Orchesterklang auch bei Eduard Strauß’ „Doktrinen- Walzer“ und kontrastreich in der Dynamik. Zauberhaft verstanden es die Neujahrskonzertmit den Landkreissinfonikern im Haus des Bürgers Ramstein Musiker, in Max Bruchs Ouvertüre zur Oper „Loreley“ aus dem zartesten Pianissimo zu herrlichen Klängen emporzusteigen, wobei die an- und abschwellende Dynamik den Wellenbewegungen des Rheins nachempfunden war.
Ebenso ausgefallene Musikstücke waren „Gold und Silber“ von Lehar, das mit der Wärme des Klangs das Eis schmelzen ließ, die „Aragonaise“ aus Bizets erster „Carmen-Suite“, die ein farbenprächtiges Bild zeichnete und besonders die Holzbläser in Hochform zeigte, sowie die abschließende, packende „Danse Boheme“ aus der „Carmen- Suite Nr. 2“ mit einem Feuerwerk von Klangfarben und sich steigernder Dynamik.

Einer der bezauberndsten Höhepunkte war aber das aus Viscontis „Tod in Venedig“ bestens bekannte Adagietto aus Mahlers Symphonie Nr. 5, ein denkbar größter Kontrast zu manchen rasanten, furiosen Kraftausbrüchen, mit dieser sanft über der Grundtonart (D-Dur) schwebenden F-Dur-Idylle aus puren Streicher- und Harfenklängen.

Auf Anhieb zum Publikumsliebling avancierte auch die Mezzosopranistin Ludovica Bello vom Nationaltheater Mannheim. Schon der Klang ihrer Stimme war ein Labsal. Die Habanera aus „Carmen“ war eine brillante Demonstration euchtenden Singens mit großem, reichem Stimmklang. Mit ganzer Wärme und Innigkeit verstand sie zu phrasieren. Sie sang mit wundervollem Gefühl und größter Eloquenz, um dann beim letzten Ton doch noch förmlich zu explodieren. Ihr ganzes komödiantisches Talent demonstrierte sie in der Arie des Prinzen Orlofsky „Ich lade gern mir Gäste ein“ aus der „Fledermaus“, wo sie mit reicher dynamischer Skala, flexiblem Mezzo und herrlichem Schluckauf brillierte. Und nicht zuletzt zeigte sie sich in der Arie der Dalila aus der Oper „Samson und Delila“ von Saint-Saëns als Phrasierungskünstlerin. Das Orchester begleitete dabei stets umsichtig und zurückhaltend und schuf für die Sängerin ein herrliches Klangbett. Begeisterter Beifall und mit der „Seguidilla“ aus „Carmen“ und Eduard Strauß’ „Gruß aus Prag“ zwei furiose Zugaben."
Die Rheinpfalz, 19.1.2016

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