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Vera Lill
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22. Januar 2019
Rezension Neujahrskonzert 2019 in Ramstein
"Beethovens siebte Sinfonie von einem Laienorchester gespielt, das ist eine Nummer. Das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern (SOKL) unter Leitung von Christian Weidt eröffnet das neue Jahr am Sonntagabend damit und bot ein fulminantes und beschwingtes Konzert. Star des Abends war die amerikanische Koloratursopranistin Margaret Rose Koenn...

Transparenz und Temperament sind die Prädikate, mit denen der Dirigent Christian Weidt in Ramstein das Werk in Angriff nimmt. Um der Eintönigkeit des Rhythmus zu begegnen, bietet Weidt mit seinem Ensemble erregende Orchesterfarben und harmonische Rückungen auf, vor allem in der vielgestaltigen, kühn pointierten Durchführung...

Das höchst anspruchsvolle Werk bewältigt das SOKL mit Bravour. Weidt kombiniert die Vorzüge traditioneller, dramatisch-geschärfter Lesarten mit stechender Attacke und motorischem Drive zu einem spannenden, gestisch durchgeformten, stets luftig-lockeren Klanggeschehen. Aus romantischen Passagenmacht er tief empfundene Kostbarkeiten. Die hochmotivierten und bestens disponierten Musiker verschmelzen dabei zu einem ästhetischen Ganzen. Pluspunkte dabei sind der seidige Streicherklang sowie die Akkuratesse und der Biss des ganzen Orchesters...

Nach Champagner schmeckt der erste Teil des Konzerts... Zu begeistern weiß aber vornehmlich die Koloratursopranistin Margaret Rose Koenn... Aus höchster Tonlage kullern die Koloraturen herab wie Perlen. Mit Brillanz flammt ihre Stimme auf.

Auch in der Walzer-Arie "Il Bacio" von Luigi Arditi und der Arie der Rosalinde aus der "Fledermaus" von Johann Strauß jr. begeistert sie mit ebenmäßigem Koloratursopran von großem Umfang und ungarischem Temperament.

Selbst in den höchsten Lagen bekommt ihre Stimme durch die Intensität Brillanz. In Laurettas Arie aus "Gianni Schicchi" hingegen besticht sie mit lyrischem Pianogesang. Kongenial und höchst sensibel begleitete dazu das Orchester. Bezaubernd schön und einschmeichelnd präsentierte es die Ouvertüre zu Nicolais "Lustigen Weibern", schmissig, mitreißend und mit sattem Sound den Marsch aus "Apajune, der Wassermann" und die schnelle Polka aus "Cyprienne" von Carl Millöcker."
20. September 2018
Jubiläumskonzert in Krickenbach
"Das Jubiläum „200 Jahre Landkreis Kaiserslautern“ fand in einem grandiosen Festkonzert des Sinfonieorchesters des Landkreises (SOKL) eine angemessene Würdigung... Zwei repräsentative Klangbeispiele der Hochromantik führten unter dem Dirigat von Christian Weidt emotions- und spannungsgeladen von anfänglichen Fragezeichen zu emphatischen Ausrufezeichen..."

Zum Cellokonzert von Dvorak schreibt der Rezensent:

"Die bewährten Stil- und Ausdrucksmittel wie Dynamik und Agogik für romantische Orchestermusik erzeugen Abwechslung und bewirken Spannung. Keine Frage! Die Frage bei Aufführungen von Solokonzerten wie hier Dvoraks Cellokonzert ist jedoch, wo und wieviel... Hektisch wirkende Übertreibungen von solchen Effekten bringen nicht zwangsläufig ein Plus mit sich."

Aber bekanntlich können über Interpretatorisches unterschiedliche Personen sicherlich unterschiedliche Meinungen haben.

Zur "Scheherazade" meint der Rezensent dagegen:

"... Und man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: Ein Meisterwerk an Klangfarben und dargestellten Episoden gelang insgesamt wesentlich ausgereifter, spielerisch und stilistisch angemessener. Die hohe Qualität der Soli (Konzertmeister, Harfe, Holzbläser wie vor allem Oboe, Klarinette und Fagott) sprachen für sich ebenso wie das homogen und sehr expressiv aufspielende Kollektiv: So wurde diese sinfonische Dichtung unbedingt zu einem herausragenden Konzerterlebnis, das restlos überzeugte und ein weiteres Mal den außerordentlichen Rang der Landkreissinfoniker belegt."
24. April 2018
Sonntags um 5
"In die Phalanx der regionalen Kulturorchester brach am Sonntag in der Reihe „Sonntags um 5“ das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern (SOKL) – ein Liebhaberorchester erster Güte – ein: Gestalten der griechischen und römischen Mythologie wie Prometheus oder ein Titan, der Faun als Sinnbild eines Flöte spielenden Mischwesens oder der Sänger Orpheus und schließlich Bacchus, der Gott des Weines, bildeten die inspirierende kompositorische und programmatische Grundlage für dieses sehr ansprechende Konzert. Was programmatisch mit „Götterwelten“ begann, sollte quasi göttlich in der Erfülltheit der Aufführungen enden.

Das Konzertprogramm war insgesamt sehr gut vorbereitet und wurde mit Akribie und Esprit dank der durchdachten Werkvorstellungen des Dirigenten Christian Weidt in allen Facetten schlüssig, konzis und präzis vermittelt. Diese „Götterwelten“, so der treffende Titel des Programms, waren optimal auf die spielerischen und interpretatorischen Möglichkeiten des Orchesters abgestimmt worden...

...Die Landkreissinfoniker hatten einen sehr guten Tag erwischt, denn sie überzeugten bei ihrem Programm nicht nur als homogen und ausgewogen klingendes Kollektiv, sondern hielten auch in vielen Soli (stellvertretend seien Horn, Konzertmeister, Solocello, Oboe, Fagott genannt) den vielen herausragenden Anforderungen Stand und konnten letztlich mit diesem denkwürdigen Konzert ihr hohes Ansehen noch erheblich steigern."
Die Rheinpfalz, Ausgabe Kaiserslautern, 24.04.2018
17. Januar 2018
Neujahrskonzert 2018 in Ramstein
"Berührend und humorvoll, mitreißend und einfühlsam – das Sinfonieorchester
des Landkreises Kaiserslautern (SOKL) zeigte am Sonntag im Ramsteiner Haus des Bürgers alle Facetten seines Könnens. Sogar eine alte Schreibmaschine war mit im Spiel. Nahezu 400 Besucher waren begeistert.

In den Mittelpunkt des Programms stellte der musikalische Leiter Christian Weidt Dvoraks 9. Sinfonie in e-moll, op. 95, die unter dem Namen „Aus der Neuen Welt“ bekannt wurde...

Weidt trat an das längst eingeschliffene Stück mit der Neugier des Entdeckers heran. Er vertiefte sich in das populäre Werk, als sei es unbekannt: genau, detailfreudig und ohne den großen Zug aus den Augen zu verlieren...

Die plastische Phrasierung, die ungemein differenzierte Dynamik, die grandiose Flächigkeit, die dem Largo des zweiten Satzes eine außergewöhnliche lyrische Qualität verlieh, die Unbeirrbarkeit, mit der die Konfrontation der Strukturen als formbildendes Element herausgearbeitet wurde – all das waren Grundzüge einer Dvorak-Interpretation, wie man sie selten hört. Alle Sätze profitierten von der sonoren Klangfülle und dem warmen Glanz des SOKL, während dem Scherzo mit seinem rhythmisch markanten Thema und dem Allegro con fuoco mit seiner energischen Dynamik der reaktionsschnelle Zugriff Weidts zugute kam... Diese ergreifenden Gegensätze – die schmerzliche Melancholie des Englischhorn..., der bewegende Trauergesang der Streichertremoli im zweiten Satz, die sprunghafte Rhythmik im Scherzo – führten zu einer zutiefst anrührenden Dimension...

Dass das Orchester zu kammermusikalischem Korrespondieren zwischen Soli... und Gruppen fähig war, dass das Orchester selbst im Forte noch sang und nicht schrie, das zeugte von der außergewöhnlichen Klasse des SOKL.

Außergewöhnlich war auch im ersten Teil allein schon das Programm, das nicht die üblichen Gassenhauer eines Neujahrskonzerts enthielt...

...die Musiker folgten ihrem Chef dabei bis ins kleinste Detail. Die Farbigkeit und Vielgestaltigkeit der musikalischen Mittel, die ausgefeilte Phrasierung und die Transparenz überzeugten auch hier rundweg...

Minutenlanger Beifall – und mit dem Slawischen Tanz Nr. 8 von Dvorak eine Zugabe, die die Zuhörer von den Sitzen riss."
Die Rheinpfalz, Ausgabe Kaiserslautern, 18.01.2018
20.September 2017
Sinfoniekonzert in Trippstadt
"Das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern (SOKL) gastierte am Samstag mit seinem jüngsten Konzertprogramm sehr erfolgreich in der Trippstadter Karlstalhalle. Das Liebhaberorchester mit professionellem Anspruch spielte mit Werken der Romantik und Spätromantik von Brahms, Richard Strauss und Dvorak seine Stärken aus...

...brauchte es bei der Akademischen Festouvertüre von Brahms... eine gewisse Zeit, um sich auf beiden Seiten – auf dem Podium und davor – an Atmosphäre und Akustik zu gewöhnen und sich einzuhören...

Alle... Einschränkungen waren mit zunehmender Konzertdauer – spätestens mit dem ersten Hornkonzert von Richard Strauss – überwunden. Es stellte sich dank der unermüdlich fordernden, eindeutigen und klaren Zeichensprache des aufmerksamen Dirigenten Christian Weidt schließlich jenes gehobene Niveau ein, an das dieses SOKL sein Publikum seit Jahren gewöhnt hat...

Wie der wesentlich überzeugender realisierte Orchesterpart die verschiedensten
Stimmungsbilder aufgreift, entwickelt, steigert und verdichtet, so birgt auch der Solopart des Hornkonzertes trotz oftmals gefällig wirkender Melodik alle spiel- und ansatztechnischen Probleme in sich, die der Solist Tristan Hertweck in scheinbar müheloser Eleganz und Brillanz meisterte... Der Orchesterpart erklang... sehr feinsinnig, runder und ausgewogener als zuvor bei Brahms und wirkte transparent und flexibel in Dynamik und Agogik.

Dennoch gelang nach der Pause mit einer monumentalen Sinfonie aus der großen Ära klassisch-romantischer Orchesterwerke eine weitere künstlerische Steigerung, die man so dem Orchester nicht zugetraut hätte... Auffällig und besonders gelungen waren bei Komposition und Interpretation in Trippstadt, wie aus ruhig fließenden, liedhaften Einstimmungen des Kopfsatzes jähe dramatische Wirkungen durchbrachen. Und wie sich ständig im zweiten Satz Stimmungsbilder von lyrisch-elegisch in großartigen Soli der Holzbläser (vor allem Flöte und Englischhorn) entwickelten, veränderten und verloren, um neuen Episoden Platz zu machen. Dies alles verlangt eine durchdachte und in den Proben detailliert ausgearbeitete Interpretation, die hier minutiös umgesetzt wurde und sich nahtlos und ohne Bruchstellen vollzog. Dabei klang alles sehr ausgewogen, ausgeglichen und gut ausbalanciert. Wunderbar!
Die Rheinpfalz, Ausgabe Kaiserslautern 20.09.2017
14. Juni 2017
Sonntags um Fünf / Frühlingsfreud' - Frühlingsleid
"Der Landkreis Kaiserslautern kann stolz sein auf sein Sinfonieorchester. Unter dem Motto „Frühlingsfreud’ – Frühlingsleid“ bot das SOKL zusammen mit dem Chor der Technischen Universität Darmstadt unter Leitung von Christian Weidt... starke programmatische Musik und imponierte mit eindrucksvollen musikalischen Bildern...

Seine starke Handschrift zeigte Weidt bereits im ersten Satz (Der Frühling kehrt zurück) aus der Symphonie Nr. 8 „Frühlingsklänge“ von Joachim Raff, der im 19. Jahrhundert einer der bedeutendsten Komponisten war. .. Ein differenziertes Stimmengeflecht, das der Dirigent sehr schön herausarbeitet...

Das Spiel des Orchesters ist reich an Klangfarben und Assoziationen und verbindet Eleganz und Schmissigkeit mit einer zielbetonten Prägung... In puncto Klangkultur, Ensemblespiel und Flexibilität agiert das Orchester vorbildlich...

Aus dem Pianissimo heraus crescendiert auch die „Frühlingsbotschaft“, op. 35, des Dänen Niels W. Gade, ...bevor der Chor der TU Darmstadt (Einstudierung: Jan Schumacher) sich über dem Orchester zu mächtigem Gesang aufschwingt. Die klangliche Homogenität zwischen den beiden Ensembles ist berückend, die Intonationsreinheit bis in extreme Lagen und ins Pianissimo atemberaubend. Animiert und kontrastreich ist auch das Orchester, wobei immer wieder der Hornist mit makellosem Ton herausragt...

Ein meisterhaftes Frühlingsraunen weht durch Alexander Glasunows „Frühling“... Das Frühlings-Frühwerk verrät nicht nur einen sensiblen Komponisten, sondern auch einen sensiblen Dirigenten. Seine Meisterschaft lässt das Orchester aufblühen... Man fühlt sich von einem ganzen Strom von Klängen übergossen, wobei sich Flöten, Klarinette, die Piccoloflöte, Xylophon und immer wieder das exzellente Horn und die ziselierenden Streicher sich gegenseitig zu übertreffen suchen...

Edward Elgars „The Black Knight“ (Der schwarze Ritter) ... ist eines der frühen bedeutenden Chorwerke des Engländers... Die gut halbstündige Kantate ist eine Tour de Force für die Gestaltungskraft von Chor und Orchester und bietet ein packendes Konzerterlebnis... Grandios. Opulent dargeboten wie ein spannender Abenteuerfilm. Stürmische Begeisterung für eine absolute Höchstleistung von allen Beteiligten..."
Die Rheinpfalz, Ausgabe Kaiserslautern, 14.06.2017
17. Januar 2017
Neujahrskonzert 2017 in Ramstein-Miesenbach
"Beste Laune versprühte am Sonntag das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern ... Im Vordergrund standen Walzer und fulminante Tänze zu Ehren von Julius Fucik, an dessen 100. Todestag im vergangenen Jahr erinnert wurde. Als Solist begeisterte der in Kanada geborene Tenor Eric Laporte. Erwähnenswert auch der „Kontra-Brummbär“ und der „Zigeunerchor“.

Christian Weidt und das SOKL bemühten sich darum, den Geist einer entschwundenen Epoche wiederzubeleben, und dies gelang ihnen mit Wachsamkeit, Geistesschärfe und Sinnlichkeit vorbildlich. Die Werke unterstrichen die Tatsache, dass sich das Orchester in den vergangen Jahren in die Spitzenränge der deutschen Laienorchester gespielt hat. Die Wärme des Orchesterklangs und die Leichtigkeit, mit der diese hochkomplexe Musik hier erklang, sind mittlerweile die typischen Kennzeichen der Formation. Diese selbstverständliche Leichtigkeit war schon bei Franz von Suppés Ouvertüre „Dichter und Bauer“ zu spüren. Weidt gelang es, sowohl Suppés Erfindungsreichtum zu transportieren, als auch die Vielfalt von melodischer Weite und rhythmischer Präzision mit Verve und Temperament aufzuladen, ohne dass dabei die Eleganz des Vortrags leiden musste. Hier schon trieb der Dirigent seine Musiker mit kraftvollen Akzenten zur Höchstleistung an...

... Jedes einzelne Instrument war da deutlich hörbar, und trotzdem war der Zusammenklang betörend. Mit ausströmender Wärme begannen die Holzbläser im Pianissimo. Ins mitreißende Fortissimo steigerte sich das Orchester und huldigte selbst im größten Getümmel dem Ideal der Trennschärfe und Klarheit...

... Als Tenor wie er im Buche steht, präsentierte sich Eric Laporte... Er begeisterte das Publikum mit Überzeugungskraft und stimmlicher Kompetenz. Sowohl „Als flotter Geist“ aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauß, als auch in „Donna non vidi mai“ aus Puccinis „Manon Lescaut“ und Puccinis „Nessun dorma“ aus „Turandot“: Stets sang sich Laporte mit kraftvollen Spitzentönen und vielgestaltiger Ornamentik, die er mimisch und gestisch unterstrich, in die Herzen der Zuhörer. Die durften im „Zigeunerbaron“ sogar als Zigeunerchor mitmischen. Der Saal kochte.

Mit „La donna è mobile“ aus „Rigoletto" und dem „Florentiner Marsch“ von Fucik sowie dem nochmaligen „Nessun dorma“ erhielt das Publikum drei Zugaben."
Die Rheinpfalz, Ausgabe Kaiserslautern, 17.01.2017
21. November 2016
Herbstkonzert im SWR-Studio
„Immer wieder geht die Sonne auf und bringt ein Licht“. Diese Botschaft eines Hits von Udo Jürgens vertrieb Novembertristesse am Samstag auch beim klassischen Konzert im SWR-Studio. Allerdings lässt sich dies als Metapher für die inspirierende Erleuchtung übertragen, wenn ein Liebhaberorchester wie das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern (SOKL) eben nicht nur von der Muse geküsst, sondern vom Erfolg verwöhnt und angespornt wird. Das Konzert war vielleicht eines der besten im 36-jährigen Bestehen des Orchesters.

Der Grund ist neben der künstlerischen Realisierung aber auch vordergründig in der programmatischen Konzeption zu suchen, die einmal Streicher und Bläser getrennt präsentierte, um sie dann am Konzertende wirkungsvoll zu verschmelzen. Aber auch die Werke selbst sprengten stilistisch mit Ausflügen ins 20. Jahrhundert oder mit Anklängen an Filmmusik oder Oper den Rahmen des Gewohnten...

... Die Nische zwischen kleiner Kammerbesetzung und Sinfonieorchester besetzte Milhaud mit einer Komposition für je zwei Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte und Hörner. Aus der Vielzahl der Episoden ragt ein jazzig inspiriertes Klarinettensolo heraus, das zwar spielerisch im Tonfall gut getroffen wurde, aber die Spitzentöne des Instruments dynamisch zu stark ausreizte.

Harmonischer, im Sinne von klanglich ausgeglichener und melodisch gerundeter ging es beim zweiten Werk dieser Besetzung zu: Georges Enescus Bläserensemble-Komposition... Auch dieses komplexe Werk verlangte den in Ansatz, Tonbildung, Intonation und spieltechnischer Solidität überzeugenden Bläsern alles an melodischen Finessen ab.

Dagegen war der große Streicherapparat mit Nino Rotas „Concerto per Archi“ und Pietro Mascagnis Intermezzo sinfonico aus der zweiten Oper „Cavalleria rusticana“ gänzlich anders gefordert: Das subtile Entwickeln thematischer Substanz aus motivischen Keimzellen, das klangliche Verdichten und der Aufbau von interpretatorischer Hochspannung durch leichte Tempoänderung, Dynamik und gestalterische Intensität. Dies und die Entwicklung von atmosphärischen Klangflächen gelang Weidt bei dem zur nahtlosen klanglichen Einheit in lupenreiner Intonation verschmelzenden und sehr kultiviert und ausbalanciert klingenden Klangkörper sehr gut.

Wäre nicht das bisweilen bombastisch anmutende Capriccio bohèmien von Rachmaninow zum Ausklang gewesen, die anderen Blechbläser und Schlagwerker wären glatt leer ausgegangen. Hier konnten sie mit einem im SWR-Tonstudio wunderbar ausgewogen klingenden erweiterten sinfonischen Orchester weitere Akzente setzen oder klangliche Impulse geben, welche die sinfonische Dichtung über das Zigeunerleben zum Erlebnis machten. Auch wirkte alles sehr eindringlich charakterisiert, nichts wurde geglättet, alles hatte emphatische Ausdruckskraft und wirkte trotz eruptiver und plakativer Ausbrüche doch sehr kontrolliert und diszipliniert.
Die Rheinpfalz, 21.11.2016
20. Januar 2016
Neujahrskonzert im Haus des Bürgers in Ramstein
"Muss es immer Johann Strauß sein? Der junge Dirigent Christian Weidt steuerte am Sonntag beim Neujahrskonzert mit dem Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern(SOKL) mutig dagegen und stellte ein abwechslungsreiches Programm zusammen, das auch seltenere Kompositionen brachte. Nicht nurmit seiner individuellen Handschrift als Musik-Exeget, sondern auch als humorvoller Moderator machte er sich damit – neben der Sopranistin Ludovica Bello – zum Publikumsliebling.

Nicht hüllenlos wie im Paris des späten 19. Jahrhunderts, wie Weidt in seiner
witzigen Moderation verriet, kam die „Schöne Helena“ zum Auftakt daher. Aber sie räkelte sich mit rhythmischer Spannkraft und in leuchtenden Farben, mit tänzerischem Charme und mit einer klanglichen Delikatesse, die diesem Orchester eigen ist. Die hinreißende Ouvertüre dieser Operette des Meisters Offenbach verschlug auch 150 Jahre nach der Uraufführung dem musikalischen Zeitgenossen die Sprache. Nie oberflächlich oder routiniert musizierte das SOKL, nicht zuletzt, weil an allen Pulten höchst lebendig gespielt wurde, angefangen bei den virtuosen, herrlich singenden Streichern bis zu den pointierten Holz- und Blechbläsern.

Rund und schön war der Orchesterklang auch bei Eduard Strauß’ „Doktrinen- Walzer“ und kontrastreich in der Dynamik. Zauberhaft verstanden es die Neujahrskonzertmit den Landkreissinfonikern im Haus des Bürgers Ramstein Musiker, in Max Bruchs Ouvertüre zur Oper „Loreley“ aus dem zartesten Pianissimo zu herrlichen Klängen emporzusteigen, wobei die an- und abschwellende Dynamik den Wellenbewegungen des Rheins nachempfunden war.
Ebenso ausgefallene Musikstücke waren „Gold und Silber“ von Lehar, das mit der Wärme des Klangs das Eis schmelzen ließ, die „Aragonaise“ aus Bizets erster „Carmen-Suite“, die ein farbenprächtiges Bild zeichnete und besonders die Holzbläser in Hochform zeigte, sowie die abschließende, packende „Danse Boheme“ aus der „Carmen- Suite Nr. 2“ mit einem Feuerwerk von Klangfarben und sich steigernder Dynamik.

Einer der bezauberndsten Höhepunkte war aber das aus Viscontis „Tod in Venedig“ bestens bekannte Adagietto aus Mahlers Symphonie Nr. 5, ein denkbar größter Kontrast zu manchen rasanten, furiosen Kraftausbrüchen, mit dieser sanft über der Grundtonart (D-Dur) schwebenden F-Dur-Idylle aus puren Streicher- und Harfenklängen.

Auf Anhieb zum Publikumsliebling avancierte auch die Mezzosopranistin Ludovica Bello vom Nationaltheater Mannheim. Schon der Klang ihrer Stimme war ein Labsal. Die Habanera aus „Carmen“ war eine brillante Demonstration euchtenden Singens mit großem, reichem Stimmklang. Mit ganzer Wärme und Innigkeit verstand sie zu phrasieren. Sie sang mit wundervollem Gefühl und größter Eloquenz, um dann beim letzten Ton doch noch förmlich zu explodieren. Ihr ganzes komödiantisches Talent demonstrierte sie in der Arie des Prinzen Orlofsky „Ich lade gern mir Gäste ein“ aus der „Fledermaus“, wo sie mit reicher dynamischer Skala, flexiblem Mezzo und herrlichem Schluckauf brillierte. Und nicht zuletzt zeigte sie sich in der Arie der Dalila aus der Oper „Samson und Delila“ von Saint-Saëns als Phrasierungskünstlerin. Das Orchester begleitete dabei stets umsichtig und zurückhaltend und schuf für die Sängerin ein herrliches Klangbett. Begeisterter Beifall und mit der „Seguidilla“ aus „Carmen“ und Eduard Strauß’ „Gruß aus Prag“ zwei furiose Zugaben."
Die Rheinpfalz, 19.1.2016
20. September 2015
Benefizkonzert in der Fruchthalle Kaiserslautern
Das SOKL bleibt ein rätselhafter Fels in der stürmischen Brandung inmitten neuer Freizeitlandschaften, in der sich immer weniger Menschen über Jahrzehnte so intensiv dem anspruchsvollen Musizieren in Liebhaberorchestern und Ensembles widmen… Durch die Konzentration auf wenige Projekte – im Vergleich zu professionellen Klangkörpern – ist die Vorbereitung intensiver und die Interpretation oft sogar nuancierter. Das klangliche Resultat ist sensationell.

Das spürte man am Sonntag in der Fruchthalle bei der Karelia-Ouvertüre von Jean Sibelius und dem Adagio aus der Ballettmusik „Spartakus“ von Aram Khatschaturjan. Dirigent Christian Weidt und das sinfonische Orchester erbrachten beide den zwingenden Nachweis, dass sie solche spätromantischen Orchesterwerke klanglich, formal und thematisch aus kleinsten Keimzellen entwickeln, steigern und konsequent durchführen können:mit Präzision der Einsätze, klanglicher Homogenität und Expressivität der Streicher und mit beachtlichen Soli der Bläser ohne Schwachstellen.

Dabei stellte sich ein runder, kompakter und homogener sowie subtil ausbalancierter Wohlklang ein. Gemeinsamkeiten zwischen beiden Werken bestehen insofern, als sie ruhig fließende, getragene Kantilenen ausbreiten, was dem Orchester sehr entgegenkommt. Auch das Hinführen zu einem markanten Kulminationspunkt zeigte, wie alle den Intentionen des klar agierenden Dirigenten folgten und seine Werk- und Klangvorstellungen adäquat umgesetzt wurden.

1922 wurde in Donaueschingen Paul Hindemiths Kammermusik Nr. 1 uraufgeführt und zu einem Skandal, der Avantgarde-Komponist wurde als Bürgerschreck bekannt...

Die für den Sonntag ausgewählte Orchestersuite mit dem Ausgangspunkt einer barocken Passacaglia erschien jedenfalls klar strukturiert und ansprechend durchkomponiert und aufwendig interpretiert... Es stellte sich keinesfalls der bei Hindemith oft mitschwingende spröde, herbe und schroffe Klangcharakter ein. Vielmehr wirkte in dieser beispielhaften Darstellung alles filigran und feinsinnig beleuchtet. Das macht die Detailarbeit des Sinfonieorchesters des Landkreises aus.
Die Rheinpfalz, 22.09.2015
18. Januar 2015
Neujahrskonzert im Haus des Bürgers in Ramstein
"Hochmotiviert zeigte sich das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern (SOKL) am Sonntag beim Neujahrskonzert im Ramsteiner Haus des Bürgers. Mehr als 400 Zuhörer erlebten ein ausgedehntes, höchst abwechslungsreiches und effektvolles Programm auf höchstem Niveau...

Dem Dirigenten gelang mit dem bestens vorbereiteten und disponierten Orchester, die seltener bei Neujahrskonzerten erklingenden Juwelen so unterhaltsam herauszuarbeiten, dass man nur noch staunen konnte. Auffallend dabei der weiche, dennoch satte Orchesterklang und die dynamische Bandbreite... Das sprühte nur so vor Schärfe und Rasanz...

Durch Eleganz und leichte Hand zeichneten sich die drei Werke von Emile Waldteufel aus. Mit Gespür für den typischen Tonfall und Klang und mit klanglichem Raffinement der Walzer „Ganz allerliebst“ (op. 159) und die Polka „Retour des Champs“, wobei Weidt seine Leute mit Verve vorantrieb..."
"Bei Waldteufels „Schlittschuhläufer“ (op. 183) hatten die einzelnen Instrumentengruppen Gelegenheit, sich zu profilieren. Und das nutzten sie mit leuchtenden Farben und heiteren Melismen. Makellos erklangen die Hörner, mit Samttönen warteten die quirligen Streicher auf, bestens disponiert spielten die Holzbläser...

Umso forscher ging das Orchester die „Ungarischen Tänze“ Nr. 1, g-moll und Nr. 3, F-Dur von Brahms an und setzte dabei herausragende dynamische und agogische Akzente. Ein atmosphärisches Klangbild mit Zeichnung und Formbewusstsein gelang dem Ensemble mit Borodins „Polowetzer Tänzen“. Quicklebendig von Anfang bis zum Schluss blieb auch Chatschaturjans Adagio aus dem zweiten Akt des Balletts „Spartakus“. Die ständig wechselnden Solisten (Spitze die Solo-Flöte und -Oboe, makellos die Bläser, herrlich die Solo-Geige im feinsten Pianissimo), die wunderbar fließende Musik ließen das Ganze zu einem klangfarblichen und ästhetischen Genuss werden.

Zum Schluss versetzte die Bacchanale aus der Oper „Samson et Dalila“ von Camile Saint-Saëns die Hörer vollends in Begeisterung. Mit empathischer Verve und zugleich exakter Dynamik trieb der Dirigent sein Orchester in die Ekstase. Absolute Höhepunkte waren dennoch die Auftritte des stimmgewaltigen Bassisten Magnus Piontek vom Mannheimer Nationaltheater. Die Arien des Osmin aus Mozarts „Entführung aus dem Serail“ („Ha, wie will ich triumphieren“) und „Als Büblein klein“ aus Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ schienen ihm auf den Leib geschrieben. Verblüffend sein makelloser, abgrundtiefer, sonorer Bass. Seine Ausdrucksstärke, Mimik und Gestik zeigten zudem einen großartigen Komödianten, der seine Rollen lebt. Minutenlang Jubelstürme der Begeisterung zum Schluss für alle Beteiligten. Zwei Zugaben. Als humorvoller Moderator zeigte sich Christian Weidt."
Die Rheinpfalz, 20.01.2015
12. Januar 2014
Neujahrskonzert im Haus des Bürgers in Ramstein
"Seine Feuerprobe hat der junge Dirigent Christian Weidt beim Neujahrskonzert mit dem Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern am Sonntag im Ramsteiner Haus des Bürgers vor 400 Besuchern mit Bravour bestanden. Ein außergewöhnliches Konzert, das auf die üblichen Silvesterknaller verzichtete, dafür Momente der Besinnlichkeit einband und sich den musikalischen Schwergewichten mit erstaunlicher Leichtigkeit näherte.

Ein Programmschwerpunkt lag bei Richard Strauß, der in diesem Jahr 150 Jahre alt würde. Gerade 14 Jahre alt war der Komponist, als er den Festmarsch op. 1 komponierte. Hier schon war die Kunst Weidts deutlich erkennbar, Spannungskurven aufzubauen und sie mit unbeirrbarer Konsequenz nachzuzeichnen. Weich fließend, dynamisch fein abgestuft agierte das Orchester. Wie ein Dressurreiter sein Pferd durch die Hohe Schule der Galoppwechsel, Piaffen und Passagen lenkt, so leitete der Dirigent seine Musiker durch alle musikalischen Crescendi, Decrescendi, Arabesken und war nach allen Seiten hellwach.

Zu den letzten Werken von Richard Strauß zählen die „Vier letzten Lieder“ aus dem Jahr 1948. In Hesses Gedicht „Beim Schlafengehen“ verklärt er das Todesverlangen als Voraussetzung eines neuen, den Tod überwindenden Lebens. Die Kantilene der Solovioline brachte das wunderbar zum Ausdruck. Noch mehr gefiel die Sopranistin Veronika Wiedekind mit ihrer einfühlsamen Stimme, aus der Intensität und schmerzliche Innigkeit, der Klang von Melancholie und Passion, von Angst und Trauer sprachen. Das Orchester bot der Sängerin ein ideales Klangbett. Walzerseligkeit breitete sich ganz allmählich in den Walzerfolgen aus Richard Strauß’ „Rosenkavalier“ aus. Immer zärtlicher und lockender erklangen die Melodien in kunstvollen Verbindungen, die sich schließlich rauschhaft steigerten. Die Holzbläser hatten dabei Gelegenheit, sich mit kurzen Soloeinlagen zu profilieren..."

"Rhythmisch exakt, wie aus einem Guss, mit Elan und Charme, kam die „Fledermaus-Quadrille“, op. 363, daher. Und wieder trieb Weidt seine Leute zu Höchsttempo an. Einer der Höhepunkte war Franz von Suppes Ouvertüre zu „Die schöne Galathee“. Ganz vorsichtig, aus dem Pianissimo heraus, entwickelte sich eine sprühende, witzig pointierte Musik, die Weidt wieder mit ungeheurem Tempo anging. Eine dynamisch-agogische Meisterleistung. Bezaubernd die schimmernden, glänzenden Streicher, die Wärme der Holzbläser und des Solohorns. Atemberaubend das furiose Finale. Genau wie im abschließenden Csardas aus „Ritter Pasman“ von Strauß-Sohn. Weidt forderte alles von seinen Leuten, und die gaben alles bestens zurück. In „Wien, du Stadt meiner Träume“ von Rudolph Sieczynski, Suppes „Hab’ ich nur deine Liebe“ aus „Bocaccio“ und „Ich bin verliebt“ aus „Clivia“ von Nico Dostal bestach Veronika Wiedekind mit wundervollem Gefühl und größter Eloquenz, makellosem Ton und Wärme. Minutenlange, euphorische Ovationen, zwei Zugaben."
Die Rheinpfalz 15.01.2014
15. September 2013
Abschiedskonzert Alexander Mayer
"Eins vorab: Was das Liebhaberorchester SOKL (Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern) zusammen mit dem nach 15 Jahren scheidenden Leiter Alexander Mayer am Sonntag schaffte, davon träumen derzeit in Lautern die Verantwortlichen der drei professionellen Orchester und des Kulturreferats: Sie füllten nicht nur die Fruchthalle mit ihrem Anhang und einer Schar Interessenten, sie verzauberten ihr Publikum und ließen bei einem konventionellen und dennoch attraktiven Konzertprogramm den Funken überspringen."...

"Dass der sympathische Grenzgänger – in seinem Fall wörtlich zu nehmen – aber auch ein begnadeter Konzertpianist und brillanter Solist ist, war für viele eine der Entdeckungen des ohnehin denkwürdigen Abends. Mayer spielte nicht das 21. Klavierkonzert in C-Dur von Mozart, nein: Er zelebrierte es. Er genoss jedes Detail und ziselierte jeden Ton mit Hingabe heraus. Und er führte das ihm blind folgende Orchester zu einer weiteren Höchstleistung an dialogischer Verbundenheit bei struktureller Klarheit. Filigran gestaltete Passagen bildeten beim Kopfsatz das Gerüst der sehr nuancierten, feinsinnigen und durchsichtigen Aufführung. Es spricht für die produktive künstlerische Zusammenarbeit, dass Mayer diese heikle Art des Dialogisierens ohne Dirigent riskieren konnte und das Orchester mit wachem Ohr auf alle gestalterischen Impulse reagierte."...

"Der Finalsatz perlte in den lockerleicht gespielten Läufen so, als wären es anstelle vertrackter Skalen, Akkordbrechungen und melodischer Umspielungen nur Sektbläschen.Dieser Eindruck stellt sich nur ein, wenn ein Pianist mit einer wie selbstverständlichen Sicherheit und Souveränität agiert.

Die fünfte Sinfonie von Tschaikowsky ist eines der bedeutendsten Klangbeispiele für das zyklische Moment: Mit dem Verarbeiten und Verdichten einer motivischen Keimzelle zu einemdramatischen Gebilde hatte das SOKL keinerlei Probleme. Beim Kopfsatz klangen die Tuttistellen noch eine Spur überzeugender als die solistischen. Doch der zweite Satz ließ mit einem sehr ansprechenden Hornsolo aufhorchen, der Dialog mit der Soloklarinette geriet ebenfalls überzeugend. Alles grundiert von homogenen und sehr kultiviert klingenden Streichern. Selbst bei dem in seiner Leichtigkeit gut getroffen und grazil verspielten Walzer wehte der schwermütige, schmerzliche Zug des Schicksalsmotivs durch den Satz. Mayer variierte beim Dirigieren hier geschickt zwischen ganzen und durchgeschlagenen Takten.

Der Finalsatz entfesselte dann alle klanglichen und spielerischen Energien und avancierte zu einem Höhepunkt an gestalterischer Intensität und Expressivität. Weiter so unter dem Nachfolger!"
Die Rheinpfalz 18.09.2013
05. Mai 2013
Sonntags um Fünf - Teufel, Hexen und Dämonen
"Etwas verspätet am Sonntag, 5. Mai, aber äußerst wirkungsvoll leistete das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern einen wertvollen konzertanten Beitrag im zeitlichen Rahmen der Walpurgistage: Traditionell sind es die Tage der sagenhaften Hexensabbate, gegen die die heilige Walburga angerufen wird. In der Fruchthalle standen in der Reihe „Sonntags um 5“ Kompositionen auf dem Programm, die sagenhafte Stoffe um Teufel, Hexen und Dämonen kompositorisch verarbeiten..."

"Mit Webers „Freischütz“ und spätestens mit Wagners „Walkürenritt“ und der Vertonung von Goethes „Zauberlehrling“ spielt das dämonische Genre auch in der Musikgeschichte eine entscheidende Rolle. Es war nicht schwer, Teufelstänze (von Joseph Hellmesberger), Hexenmusik (von John Williams) oder Klänge aus der Unterwelt (Jacques Offenbach) zu finden. Schwer ist es indes, dies so zu interpretieren, dass es leicht, locker und elegant klingt. Dies gelang dem wieder bestens disponierten Sinfonieorchester vorzüglich, da schwebte etwa der „Faust-Walzer“ von Gounod wie auf einer Wolke in federnder Leichtigkeit.

Auch bei den oft im Konzert gegebenen Ouvertüren von Weber (zum „Freischütz“) oder Offenbach („Orpheus in derUnterwelt“) sowie Arthur Sullivan (zur Operette „The Witch’s Curse“) stellte sich wieder auf Anhieb jenes gehobene Niveau ein, an das Mayer sein Publikum seit vielen Jahren gewöhnt. Präzise, organisch fließende musikalische Abläufe, nahtlose Übergänge, filigrane Charakterisierung von thematischen Gedanken und akkurate Spielfiguren mit sicheren Einsätzen und nahtlosen Überleitungen sprechen für eine intensive Detailarbeit. Schwachstellen gab es keine, an allen Pulten wurde sehr solide, in bestechender Spiel- und Tonkultur und mit packendem gestalterischem Zugriff gespielt. Herausragend die vielen ansprechenden Solostellen des Konzertmeisters Florian Gießing und des Soloklarinettisten Michael Lill. Dieser durfte sich beim „Freischütz“ und bei „Orpheus in der Unterwelt“ mit Kantilenen und Kadenzen gleichermaßen auszeichnen und ließ durch noble Tonkultur und Präzision gleichermaßen aufhorchen."
Die Rheinpfalz 8. Mai 2013
16. März 2013
Operngala in Seeheim-Jugenheim
"Große Oper im Lufthansa-Schulungszentrum: Das Musikforum Seeheim-Jugenheim hatte ein Sinfonieorchester und zwei Solisten eingeladen. Eine schwungvoll intonierte Polonaise aus Peter Tschaikowskys "Eugen Onegin" stimmte auf den Abend ein, an dem zahlreiche Facetten der Gattung Oper zu erleben waren. In einem gut gemischten Strauß aus Ouvertüren, Arien, Duetten und Ballettmusik war viel Bekanntes zu entdecken, das durch die pointierte Zusammenstellung neuen Glanz gewann."...

"In launiger Manier und gleichwohl informativ moderierte der Dirigent (Alexander Mayer) den Konzertabend und verband Publikum und Musiker. ... Doch widerstand er konsequent dem Sog der dargebotenen Opern-Hitliste ins übertriebene Gefühl und bot neben mitreißenden, bisweilen sehr raschen Tempi einen stets schlanken und präzisen Klang."...

"In den Gesangspartien brillierten zwei bemerkenswerte junge Solisten. Die Cavatine "Quel guardo il cavaliere" aus Donizettis "Don Pasquale" sang Alexandra Samouilidou mit virtuoser Leichtigkeit. Nach einem Orchesterpart mit Mozarts Ouvertüre zur "Entführung aus dem Serail" sang Kihwan Sim mit Hintersinn und Witz die Registerarie des Leporello aus Mozarts "Don Giovanni"."...

"Ein Duett aus Donizettis "Liebestrank" war ein glänzender Abschluss des Abends. Der Applaus war beeindruckend, es gab zwei Zugaben."
Darmstädter Echo, 19.03.2013
13. Januar 2013
Neujahrskonzert im Haus des Bürgers in Ramstein-Miesenbach
"Gehörig Furore machte das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern(SOKL) am Sonntagabend beim Neujahrskonzert im Ramsteiner Haus des Bürgers. Unter der Leitung seines scheidenden Dirigenten Alexander Mayer bewies es nachhaltig, dass es sich vor professionellen Tournee-Orchestern keineswegs verstecken muss. Zu Recht feierten die rund 350 Besucher das Orchester begeistert..."

"Die Neujahrsfurore eröffnete die Polonaise, die Tschaikowsky so elegant in seinen „Eugen Onegin“ eingeflochten hat. Brillant kam diese Musik daher und schwungvoll. Auf Anhieb schon war zu spüren, welch hohes Niveau dieser Klangkörper sich erarbeitet hat. In punkto Ensemblespiel, Flexibilität und Klangkultur war alles sorgfältigst wiedergegeben..."

"Überhaupt war es ein Erlebnis, dem Dirigenten zuzuschauen. So ergaben sich sowohl Spannungsprozesse wie emotionale Hitzegrade auch in der Ouvertüre zu Johann Strauß’ „Zigeunerbaron“. Kontrastreiche Dynamik, genaueste Detailarbeit in jeder Instrumentengruppe, explosionsartige Schübe aus dem Pianissimo heraus sowie eine exzessive Steigerung bis zum fulminanten Finale waren auch hier die begeisternden Attribute. Alles andere als ein Bummelzug war die Fahrt mit dem „Vergnügungszug“ von Johann Strauß (Sohn). Trotz ICE-Tempo auch hier genaueste Detailarbeit, wobei es das Orchester hervorragend verstand, die Bildhaftigkeit der Polka herauszuarbeiten..."

"Erfolge feierte auch die Sopranistin Dorothee Koch. Die Musikstudentin, die schon an vielen großen Bühnen gefeiert wurde, konnte bei Arien aus Puccinis „Madame Butterfly“ und „La Boheme“, bei Lehars „Meine Lippen küssen so heiß“ aus „Giuditta“ sowie aus Lehars „Zigeunerliebe“ („Hör ich Cymbalklänge“) mit ihrer elaborierten Stimmführung und Ausdruckskraft gleichermaßen faszinieren, wozu das SOKL zauberhaft und mit hoch entwickelter Klangmagie begleitete..."

"Das Publikum forderte drei Zugaben heraus. Damit das Klappern des Pferdegeschirrs bei der „Petersburger Schlittenfahrt“ verstärkt wurde, forderte Mayer das Publikum auf, mit dem Schlüsselbund zu rasseln. Ein weiterer Beweis seines Humors."
Die Rheinpfalz, 15.01.2013
18. November 2012
Sinfoniekonzert in der Fruchthalle Kaiserslautern
"Nachhaltig unterstrich das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern (SOKL) am Sonntag in der Fruchthalle seinen Ruf als eines der besten und außergewöhnlichsten Amateurorchester Deutschlands. Sein Dirigent Alexander Mayer, dem das SOKL diesen Ruf in besonderer Weise zu verdanken hat, gab vor seinem Weggang zur Sinfonietta de Lausanne im September 2013 (wir berichteten) eines seiner letzten Konzerte. Es war fulminant.

So zeigte Mayer mit Schostakowitschs Sinfonie Nr. 5, d-moll, op. 47 wieder seine Fähigkeit mitzureißen und Energiereserven zu entlocken. Von der ersten Note an ging er das Werk beherzt an, hielt die Spannungskurve eine Dreiviertelstunde lang, ohne dass sie nur einen Takt abgefallen wäre, so dass man die Körperhaftigkeit der Musik gleichsam spürte. Es gelang ihm, das spezifisch russische Idiom sprechen zu lassen, das bei aller Kühnheit stets verständlich blieb. Gleichzeitig präsentierte sich der Dirigent aber auch als Musiker von starker Aussagekraft, der seine eigene Sprache spricht."...

"Der satte Klang des gedehnten Streichermelos, die Steigerungen bis zum Getöse des vollen Orchesters, das Zurücknehmen in verlorene Flötenduette, die oszillierenden Klänge, das Auflösen des Geschehens am Schluss in ätherische Akkorde – all dieses lässt den Zuhörer auf der Stuhlkante sitzen. Die Furien sind im vierten Satz entfesselt. Mayer ist ein unerbittlicher Antreiber, und doch hat er das Orchester bei aller Ungezügelheit unter Kontrolle. Ein aufrüttelnder Sturmmarsch steht neben leisen, fast religiös zu nennenden Bläserrhythmen, besinnlich Verklärtes neben triumphaler Orgie."...

"Als umsichtiger Dirigent erweist sich vor der Pause Christian Weidt, der zur Zeit das Schriesheimer Kammerorchester und das Orchester der TU Darmstadt leitet und seit 2011 musikalischer Assistent des SOKL ist. Mit Ravels Märchensoiree „Ma mere L’oye“ gibt er dem Orchesterklang eine besondere, außergewöhnlich zarte Färbung."...

"Durch kräftige, warme, volle Tonbildung legt das Orchester bei Mozarts Doppelkonzert für Violine und Klavier, KV Anh. 56/315 f., rekonstruiert durch Philip Wilby, unter Weidts gestalterischen Händen einen großen Klangraum an."...

"Alexander Mayer erweist sich am Flügel als großer Musiker. Er brilliert mit flockig leichtem, beseeltem Ton, mit verhaltener Dramatik, perfekter pianistischer Rhetorik und großer Ernsthaftigkeit. Ebenso Felix Froschhammer, erster Konzertmeister des Symphonieorchesters Neuchâtel, auf der Violine."...

"So wird der rekonstruierte Mozart zum atemberaubenden Showdown. Der empathische Beifall des Publikumswollte kein Ende nehmen."
Die Rheinpfalz, 20. November 2012
21. April 2012
Sinfoniekonzert im Bürgerhaus Weilerbach
"Mit Olivier Pols und Christian Weidt standen erstmals zwei Nachwuchsdirigenten am Pult, die als Assistenten des regulären musikalischen Leiters Alexander Mayer das Orchester kennen. Ein starker Talentbeweis..."
"Zunächst stellte sich Olivier Pols im ersten Konzertteil vor, zum Auftakt mit einer sehr ruhigen und im breiten Melos gefällig dahin strömenden Interpretation von Ravels „Pavane“...In diesem positiven Sinn entstand auch bei der Konzertfantasie über dem altenglischen Volkslied „Greensleeves“ von Vaughan Williams ein subtiler Klangzauber der Streicher..."
"Es war eindrucksvoll, wie dieser (der Cellist Merlin Schirmer) bei Edward Elgars Cellokonzert inspirierte und wie er den biographischen Zug und Lebensweg des Komponisten dieser schwer zugänglichen, oft melancholisch-schwermütigen Musik (vor dem Kontext des ersten Weltkrieges) nachzeichnete. Das Orchester avancierte hier zum adäquaten Klangpartner bei der rhapsodischen Gestaltung des Solisten. Der Dirigent machte seine Sache wirklich gut und hielt alles zusammen..."
"Die nach der Pause aufgeführte Serenade für 13 Bläser (Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte und vier Hörner) ist ein Jugendwerk von Richard Strauss, in dem der erst 17-Jährige seinen spätromantischen, expressiven Stil schon ausgebildet hat. Mit der schwelgerischen Kantabilität und dem gut ausbalancierten und differenzierten Bläserklang gehörte die Interpretation mit zum Besten der Aufführungen der letzten Jahre: Tonliche Sicherheit und Klarheit sowieintonatorische Reinheit ergaben ein euphorisches Bild von den gestalterischen Qualitäten. Christian Weidt dirigierte mit fordernder Geste, was die Aufführung zusätzlich beflügelte..."
"Mit dem ständigen Blickkontakt zu den Stimmführern, den klaren Einsätzen und dezidierten Tempovorstellungen führte Weidt das Orchester bei der Sinfonie Nr. 99 von Joseph Haydn zu einem großen Finale und weiteren Höhepunkt..."
Die Rheinpfalz. 23.4.2012
24. März 2012
Jubiläumskonzert 150 Jahre Saarländischer Chorverband
"Klangfarbenreich beginnt das Jubiläumskonzert: Mit schwebenden „französischen“ Akkorden und einem süffigen Klang der ersten Violinen lässt das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern (Leitung: Alexander Mayer) Maurice Ravels verstorbene Prinzessin im Lokschuppen in Dillingen vorüberziehen. Ein außergewöhnlicher Ort für ein Jubiläum – dass Züge auch mal hörbar vorbeirau-schen, ist Teil der Atmosphäre...
...denn dieses Stück vereint alles: poppig eingängige Melodien und pulsierende Rhythmen mit jazzartig angereicherten Harmonien, orientalisch und improvisatorisch anmutende Einwürfe der Solo-Altistin (Eva Eiter) über einem Orgelpunkt der Bässe und ein an Klangfarben reiches Orchester...
...Wer sich umschaut im bis zum Rand gefüllten Lokschuppen, kann sich nur freuen, dass so viele sich versammelt haben, um sich gemeinsam dieser Musik zu widmen - singend, spielend oder zuhörend. Fazit: Ein gelungener Auftakt des Jubiläumsjahrs. "
Saarbrücker Zeitung
2. Januar 2012
Silvesterkonzert in der Fruchthalle Kaiserslautern
"Beim traditionellen Silvesterkonzert am Samstagnachmittag in der Fruchthalle wartete das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern mit einem durch-dachten, originellen und themenbezogenen Konzertprogramm auf...
Märchen aus „1001 Nacht“ hatte die charmant-bezaubernde Moderatorin Sabine Fischmann zwar nicht geschrieben, aber für das Programm eine phantastische Geschichte im orientalisch-pfälzischen Kolorit konstruiert...
Ob bei den Meeresstürmen von Sindbad, beim Aufstand im Serail oder auf dem persischen Markt mit einem wilden Bacchanal, der Dirigent stand wie ein Fels in der Brandung – die völlige Einheit aus Führung und der nahtlosen Umsetzung durch das Orchester fiel auf. Ob dynamische und klangliche Wirkungen oder agogisches Raffinement in der furiosen Stretta oder gedehnten Kantilene – stets nahm das Orchester durch seine Homogenität für sich ein. Dieses Orchester fungiert dabei als Bindeglied zwischen Liebhaber- und professionellen Orchestern; zeigt, was möglich ist, wenn Schüler, Studenten und erfahrene Hobbymusiker über Jahre hinweg professionell und zielgerichtet geführt werden.Bei den Ouvertüren zu Mozarts „Entführung“ oder zu Rossinis „Semiramide“ fand man das Orchester schließlich...auf der Höhe seiner Gestaltungskraft: Da wurde akribisch jedes kompositorische Detail erfasst und in den entsprechenden formalen Zusammenhang gestellt. Und die Charakterstücke des gewählten Genres, wie etwa Albert Ketelbeys „Persischer Markt“ oder Carl Nielsens „Orientalischer Marsch“, gefielen durch die treffende Charakterisierung durch Klangfarben, da führte Mayers typische Bühnenpräsenz, seine Fähigkeit mitzureißen und Energiereserven zu entlocken, zu vielen bewegenden musikalischen Höhepunkten...Die Sopranistin Moran Abouloff überzeugte bei einer Mozart-Arie durch die Leichtigkeit und Natürlichkeit ihrer stimmlichen Ansprache. Und die Mezzo-sopranistin Kremena Dilcheva zeigte, dass es orientalische, historische, biblische Stoffe in Hülle und Fülle gibt...Aus der Oper „Samson et Dalila“ von Saint-Saëns gestaltete sie eine lyrisch bewegte Arie mit sehr schönem Timbre, sonor und in breit ausströmenden Kantilenen im blühendsten Melos..."
Die Rheinpfalz. 2.1.2012
2. April 2011
Sinfoniekonzert im Rahmen des Musikforums Seeheim-Jugenheim
Auf Einladung des Musikforums Seeheim-Jugenheim spielten die Musiker am Samstag im Lufthansa Trainings- und Conference-Center in Seeheim Werke von Brahms und Rachmaninow. Das äußerst homogene, dichte Klangbild des Orchesters entfaltete ebenso große Wirkung wie die raffiniert dosierten Tempi...
Mal kraftstrotzend vital, mal silbrig zart intonierten sie das eigenwillig kontrastreiche Werk auf größtmöglichem Spannungsbogen. In geschliffenen Übergängen meisterte das Orchester den abrupten Wechsel des Mittelsatzes von harmonischem Klangzauber in den Gestus eines grotesken Marsches. Ungestümes Temperament brach sich im finalen Allegro Bahn. Das Publikum war begeistert.
Echo online vom 4. April 2011
6. März 2011
Moldau-Donau-Wolga - Konzert
Wer hätte das gedacht?! Ausgerechnet das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern...knüpfte bei seinem Auftritt am Sonntag in der proppenvollen Fruchthalle programmatisch an die glanzvolle Ära des hiesigen SWR-Rundfunkorchesters an. Mit einer schlüssigen und stringent verfolgten Konzeption und einer ansprechenden künstlerischen Realisation nahm dieses Orchester die Gelegenheit zur weiteren Profilierung entschlossen wahr... Diese Kreuzfahrt präsentierte auf „Moldau-Donau-Wolga“ (so der Titel der Veranstaltung) die bekanntesten musikalischen Grüße an Land und Leute dieser Flußlandschaften. Dabei manövrierte Mayer ohne Schiffbruch zwischen leichter Muse und konzertanten Kompositionen geschickt und erfolgreich...
Doch zurück zur charmanten Moderatorin, die eigentlich mehr eine Art Entertainerin ist, Informationen nicht wie viele vergleichbare Rhetoren im trockenen Lexikonstil vermittelt, sondern Dialekte (Wiener Schmäh etwa) nachahmt, in Rollen schlüpft (die legendäre Piroschka beispielsweise) oder mit dem Publikum kokettiert. Gekonnte tänzerische und sängerische Einlagen ergänzten das Bild einer ungemein vielseitigen und temperamentvollen Frohnatur...
Das Orchester zeigte an diesem denkwürdigen Nachmittag keine Schwachstellen. Im Gegenteil: Kompositionen wie die heikle Ouvertüre zur Operette „Der Zigeunerbaron“ präsentierten gelungene Partien der Holzbläser, etwa Solo-Klarinette und Oboe. Mayer war schlagtechnisch souverän immer auf der Höhe des musikalischen Geschehens, gedanklich voraus und die Spannung geschickt steigernd...Weiter so!
Die Rheinpfalz, 8.3.2011
9. Dezember 2010
Jubiläumskonzert 40 Jahre TU Kaiserslautern
Zum Ausklang des Jubiläumsjahres „40 Jahre Universität“ wartete das Sinfonieorchester des Landkreises nur wenige Wochen nach der erfolgreichen Aufführung der Rachmaninow-Sinfonie in der Fruchthalle mit einem neuen, ebenfalls ambitionierten Konzert-Programm auf: Die erste Sinfonie von Schumann und das Violinkonzert von Brahms sind zwei Meilensteine der deutschen Romantik. Sie wurden für dieses Liebhaber-Sinfonieorchester zu echten Prüfsteinen, wobei der künstlerische Leiter Alexander Mayer wieder sicher an allen Klippen der Partitur vorbei führte...
Dennoch gelang mit dem heiklen Orchesterpart des Brahmsschen Violinkonzertes eine weitere, so nicht mehr erwartete Leistungssteigerung hinsichtlich klanglicher Dichte, spielerischer Reinkultur und klanglich nuancierter Ausbalancierung. War die Schumann-Sinfonie nicht nur schöpferisch, sondern auch interpretatorisch von einem spürbaren Ringen um die Entwicklung einer sinfonischen Großform geprägt (dies im positiven Sinn) übertrug sich die innere Ruhe, Souveränität und Abgeklärtheit des alles überragenden Solisten Wolfgang Mertes hier spürbar auf das Orchester. Mertes tauchte das Meister- und Standardwerk der geigerischen Konzertliteratur nicht in die Glut hoch romantischer Klangfarben...Mayer und Mertes standen für eine klangliche Durchsichtigkeit und Deutlichkeit sowie Feinheit ein. Davon profitierte auch das spielerisch noch filigraner und akkurater wirkende Orchester. Es gelang so insgesamt eine exemplarische Aufführung.
Die Rheinpfalz - Pfälzische Volkszeitung - 11.12.2010
28. November 2010
Chorkonzert in der Dreifaltigkeitskirche in Ludwigshafen
Lebendige Musik aus dem europäischen Süden unter dem grau verhangenen Himmel über der Kurpfalz ist etwas sehr Schönes und Ermunterndes. Der Chor für Geistliche Musik in Ludwigshafen führte in der Dreifaltigkeitskirche die „Messa di Gloria“ des italienischen Opernkomponisten Giacomo Puccini und ein „Te Deum“ des Franzosen Georges Bizet auf. Rund 400 Besucher füllten die Kirche. [...]Das war eine große Freude für die Besucher, die Musiker des Sinfonieorchesters des Landkreises Kaiserslautern, das 100-köpfige gemischte Chorensemble und vor allem für die unglaublich inspirierte Dirigentin Christiane Michel-Ostertun, die Leiterin des Ludwigshafener Chors. Man ahnte sofort der Sänger große Lust auf die lebendige Kirchenmusik aus Italien. [...]
Zwischen den beiden Chorstücken leitete Silvia Canali das Orchester in einem Preludio sinfonico von Puccini. Silvia Canali stammt aus Athen. Seit Anfang 2010 ist sie am Pfalztheater in Kaiserslautern als Solorepetitorin mit Dirigierverpflichtung engagiert. Diese Dame ist ein guter Fang. Man sah es an ihren Händen und hörte es im Orchester.
Die Rheinpfalz vom 30. November 2010
14. November 2010
Festkonzert zum 30-jährigen Bestehen des SOKL
Das 30-jährige Bestehen des Sinfonieorchesters des Landkreises war der Anlass für ein Festkonzert in der Fruchthalle, das mit einer neuen Konzeption aufwartete: Die Veranstaltung war im ersten Teil als eine Art Workshop aufgebaut, mit einem Einblick in kompositorische und interpretatorische Entstehungsprozesse der dritten Sinfonie von Rachmaninow. In Bild (Filmaufnahmen von Proben und Interviews der Musiker) und Ton (mit Klangbeispielen der Sätze) wurde mittels Leinwand diese Veranstaltung zu einem multimedialen Ereignis. [...]
Und schließlich schaffte auch die „Übertragung“ des Konzerts im zweiten Teil [der Veranstaltung], auf die über dem Orchester installierte Leinwand zusätzliche Informationen, die sonst verborgen bleiben: Die Nahaufnahmen von Solisten und Satzgruppen beleuchteten spielerische Finessen auch visuell. [...]
Es ging [Dirigent Alexander] Mayer eindeutig um die Entwicklung des sinfonischen Aufbaus aus motivischen und thematischen Keimzellen. Die Interpretation verfolgte akribisch und stringent die formale Entwicklung der Sätze und stellte die Soli der verschiedenen Register mit Nachdruck heraus. Das Orchester hatte – inspiriert vom Anlass – eine jener Stunden erwischt, bei der man über sich selbst hinauswächst. Die Gunst der Stunde führte zur absolut ausgeglichenen Besetzung, ohne Schwachstellen und erkennbare Nahtstellen, dafür mit Präzision bis ins Detail.
Die Rheinpfalz vom 16. November 2010
25. September 2010
Wir können auch anders 3 - Kammerkonzert in der Protestantischen Kirche Miesau
Beim Kammerkonzert in der protestantischen Kirche Miesau zeigte sich am Samstag, warum das Sinfonieorchester des Landkreises seit 30 Jahren so erfolgreich ist: Weil in den Reihen dieses überregional renommierten Liebhaberorchesters nämlich exzellente Könner spielen, die diese Fähigkeiten diesmal solistisch oder kammermusikalisch in diversen Formationen eindrucksvoll demonstrierten.
[…] Im Stil barocker, konzertierender Intraden mit homophonen und imitatorischen Passagen gelang es beiden Posaunisten Marcus Weimer und Patrick Casey zusammen mit dem Organisten Christian Schmidt und Gunther Glaser an der Pauke bei Biagio Marini eine feierlich-pompöse Eröffnung. Das überlegt mit Kontrastwirkung aufgebaute Programm stellte diesen Monumentalwirkungen die kompositorisch und interpretatorisch filigrane Violin-Sonate Händels entgegen, bei der Anna Margarete Kries (Violine) und Norbert Kries (Cembalo, sonst Geiger im Orchster) auf höchstem Niveau musizierten. Auch die Sopranistin Rebecca Schmitt (sonst Instrumentalistin im Orchester) verzauberte zusammen mit ihrem Vater Wolfgang Schmitt am Klavier die vielen Besucher. Mit dem Liebreiz ihrer entwaffnend natürlich strömenden Stimme fesselte sie bei itlienischen Arien von Paisiello und Pergolesi.[…]
Die Rheinpfalz vom 28. September 2010
27. Juni 2010
Wir können auch anders 2 - Kammerkonzert im Deutschordensaal der KSK
Und ob sie anders können! Unter dem Motto: „Wir können auch anders“, gaben Mitglieder des Sinfonieorchesters des Landkreises Kaiserslautern am Sonntag im Deutschordensaal der Kreissparkasse ein Kammerkonzert der besonderen Art, dessen Erlös der Erhaltung der Kaiserpfalz zukam. Bei Werken von Bach, Mozart, Haydn, Rachmaninoff und Piazzolla demonstrierten sie ihr außerordentliches Können...Hans Naßhan am Violoncello und Elisabeth Ramirez am Klavier spielten nicht nur mit optimalem Biss, sondern genau mit den Zwischentönen, Glissandi und Schwankungen, die Piazzollas Musik so unvergleichbar machen. Alle agogischen und dynamischen Raffinessen lebten sie aus...Genauso ein Volltreffer im künstlerischen wie klangästhetischen Sinne war die Sonate in c-moll (KV 388) von Mozart. Das Oktett mit Heiner Görrissen und Suzanne Hendlinger (Oboe), Michael Lill und Julia Weber (Klarinette), Christian Schmidt und Stefan Rogel (Fagott) sowie Alfons Ludes und Maximilian Marson (Horn) präsentierte sich makellos im Zusammenspiel und in der Intonation. Dabei erwiesen sich die Instrumente absolut gleichberechtigt, äußerst flexibel, versahen das Stück mit Breitwandeffekten und vielfarbigen Nuancierungen und machten so Mozarts Stück zu einer klanglichen Kostbarkeit und zu einem Glücksfall für die Bläserkammermusik...
Die Rheinpfalz vom 30. Juni 2010
21. März 2010
„Sonntags um 5“ Extra in der Fruchthalle Kaiserslautern
Der Erfolg des Landkreissinfonieorchesters war dabei so überwältigend, dass die fast ausverkaufte Fruchthalle beim Extra-Konzert der genannten Reihe bebte wie lange nicht mehr…Spätestens aber mit den Polkas von Johann Strauss legte das Orchester so furios los, dass letzte Skeptiker hinsichtlich eines Laienorchesters in der Phalanx professioneller Klangkörper dieser Veranstaltungsreihe widerlegt wurden... Da fegte bei der „Jagdpolka“ nicht nur eine illustre Jagdgesellschaft, nein, ein Wirbelwind durch die Partitur: Alles klang gelöst, beseelt und hatte den Schwung dieser Strauss-Ära.
Die Rheinpfalz vom 23. März 2010
20. September 2009
Konzert in der Mehrzweckhalle Krickenbach
Mayer setzte im Orchester ungeahnte klangliche Energien frei, entfesselte Klangballungen und hielt zu eindrucksvollen dynamischen Steigerungen und Wirkungen bei emphatischen Höhepunkten an.
Die Rheinpfalz vom 23. September 2009
3. Mai 2009
Konzert im Haus des Bürgers Ramstein
Der künstlerische Leiter Alexander Mayer hatte das bestens disponierte Orchester mit Werken der Spätromantik von Gustav Mahler und Richard Strauss zu einem
neuen Höhepunkt seines fast 30-jährigen Bestehens geführt.
Die Rheinpfalz vom 5. Mai 2009
17. Februar 2008
Konzert in der Fruchthalle Kaiserslautern
Steigerung in jeder Note

Wer nach den bisherigen Konzert- und Wettbewerbserfolgen des Sinfonieorchesters des Landkreises glaubte, der Höhepunkte der künstlerischen Leistungsfähigkeit sei erreicht, wurde…eines Besseren belehrt. Unter der Leitung seines seit 1999 erfolgreich wirkenden und aufbauenden Dirigenten Alexander Mayer erklomm man eine noch höhere Stufe der interpretatorischen, spielerischen und gestalterischen Fähigkeiten.
Die Rheinpfalz vom 20. Februar 2008
15. September 2007
„Elias“ im Dom zu Speyer
Starken Anteil an der Größe dieser Aufführung hatte ebenso das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern, das mit kraftvoll stürmender Dramatik den hochgespannten Grundton angab und daneben die farbenreichsten Spektren öffnete.
Die Rheinpfalz vom 17. September 2007
1. Juli 2007
„Elias“ in der Kirche Maria Schutz Kaiserslautern
Nach vielen Aufsehen erregenden Aufführungen...gelang jetzt dem Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern bei der Musica Sacra ein großer Wurf: Eine sensationelle Interpretation des Oratoriums Elias....Das Orchester zeigte sich darin auf einem weiteren Höhepunkt seiner Geschichte...Der Orchesterpart dieser beispielhaften Aufführung wirkte akribisch ausgearbeitet, werk- und stilgerecht aufgeführt, erklang mit Präzision im Detail und gefiel durch einen durchweg sehr transparenten, filigran wirkenden und ausbalancierten Orchesterklang.
Die Rheinpfalz vom 4. Juli 2007
28. Januar 2007
Mahlers 4. Sinfonie in der Fruchthalle Kaiserslautern
Allein die Tatsache, dass ein Klangkörper des Laienmusizierwesens solch ehrgeizige Projekte stemmt, verdient höchste lobende Anerkennung und Würdigung und ist Ausdruck eines seit 1979 kontinuierlich gestiegenen künstlerischen Anspruchs und Niveaus. In den letzten Monaten war die Fruchthalle selten so dicht besetzt wie an diesem denkwürdigen Sonntagnachmittag, was auch den kulturpädagogischen Stellenwert des Orchesters eindrucksvoll unterstreicht...Einsätze, Überleitungen stimmten, alles floss organisch und sinngemäß ineinander. Ebenso überzeugte das Wechselspiel aus solistischem Hervortreten und klanglichem Einfügen. Kurz: Mayer fügte aus einem stattlichen Orchesterapparat - der überregional Zuspruch bei Laienmusikern findet - ein homogenes Kollektiv. Die Solostellen der Holzbläser hatten hohes künstlerisches Profil - die Streicher klangen rund, homogen, kultiviert in Intonation und einheitlich in der Phrasierung. Alles wurde stilistisch angemessen und lebendig artikuliert.
Die Rheinpfalz vom 30. Januar 2007
9. April 2006
Konzert im Bürgerhaus Weilerbach
Das Sinfoniekonzert...war wieder ein Riesenerfolg. (Bei „Romeo und Julia) erreichten die bestens disponierten Streicher über weite Strecken professionelle Klanqualität und Homogenität. Da gelangen wuchtige Bläserakkorde in heiklen Akzentverschiebungen komplizierter Rhythmik in präziser Koordination... Die (Wieder-)Entdeckung der zweiten Sinfonie von Johann Svendsen...sorgte zum Ausklang für die eigentliche interpretatorische Sensation: Bei dieser relativ unbekannten Sinfonie zeigten sich die Stärken des ausgeglichen besetzten Orchesters am deutlichsten.
Die Rheinpfalz vom 11. April 2006